Projekt „Schule machen“

Im Rahmen des von der Greifswalder Schulpädagogik organisierten Gesamtprojektes ‚Schule machen‘ übernehmen Lehramtsstudierende für drei Tage den Unterricht an der Schule am Bodden in Neuenkirchen bei Greifswald. Der Fachbereich Fachdidaktik Englisch ist von Anfang an dabei und betreut die Lehramtsstudierenden Englisch bei der Planung, Durchführung und Evaluierung diverser Unterrichtsprojekte. Die drei Tage sind dabei extrem intensiv sowohl für die Schüler*innen als auch die Studierenden. Der Einsatz lohnt sich jedoch sehr, denn die Schüler*innen und die angehenden Englischlehrer*innen gehen mit ganz besonderen Erfahrungen und Eindrücken nach Hause.

 

2016: Superhero

Studierende organisierten in den fünften Klassen der Schule Projekttage mit der Zielstellung, vor allem das kooperative Lernen zu üben. So lernten die Schüler*innen  z.B. in einem Gallery walk ihre im Laufe der Projekttage erstellten Produkte – Steckbriefe von selbst erdachten Superheld*innen und Fantasiestädten – einander vorzustellen. Zudem wurden selbst erarbeitete Sketche zu verrückten, magischen und lustigen ‚Haushaltspflichten’ gefilmt, vorgeführt und in der peer evaluation eingeschätzt.

 

2017: The World around ME

In den neunten Klassen fand ein bilinguales, fächerübergreifendes und iPad-gestütztes Forschungsprojekt zum Thema The World Around Me statt.  Zu den herausfordernden Fragestellungen gehörten:  Wie gestaltet sich forschendes Lernen – eine Form des offenen Unterrichts, die den Lernenden ein interessengeleitetes, selbstreguliertes Lernen ermöglicht und dabei ein Höchstmaß an Freiheit zugesteht – und das auf Englisch? Die Entscheidung fiel auf einen an das CLIL-Konzept (content and language integrated learning) angelehnten Ansatz: kurze, klar strukturierte Module mit dem für das bilinguale Lernen so wichtigen focus on language, ein Workshop zu Lesestrategien und zur Wiederholung von wichtigen Präsentationstechniken und vor allem ein englischsprachiges Strategieportfolio sollten die Schüler*innen bei der Recherche in englischsprachigen Medien und der abschließenden Präsentation unterstützen. Die erfolgreiche Lernbegleitung der neunten Klassen wurde somit auch für die Studierenden zu einem Forschungsprozess, dessen Dokumentation und Reflexion in einem eigens erstellten studentischen Portfolio erfolgte. Es entstanden spannende Produkte zu vielfältigen Themenfeldern wie TTIP, „the craziest jobs in the world“, „gaming and Internet addiction“ und „How does a rocket work?“.

 

2019: Plastic is not fantastic

Dieses Mal lag vom 12.-14. Juni 2019 der Fokus auf der Thematik Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsbildung auf Englisch? Ohne Frage eine Herausforderung. Sechs Lehramtsstudierende aus dem Fachbereich Englisch stellten sich dieser anspruchsvollen Aufgabe, indem sie ein Projekt zum Thema  Plastikmüllvermeidung für die 5. Klasse planten und durchführten. Handlungsorientierung, kooperatives Lernen und ein starker Lebensweltbezug sollten das Erfolgsrezept sein, um die Schüler*innen zu motivieren, ihren eigenen Konsum auf Englisch zu reflektieren. Am ersten Projekttag beschäftigten sich die Schüler*innen neben spielerischer Wortschatzarbeit anhand der – zahllosen – Gegenstände aus Plastik in ihren Schultaschen außerdem damit, welche verhängnisvollen Folgen Plastik für die Tiere im Meer hat. Anschließend bastelten sie in Gruppen ein Plastikmonster aus den Plastikabfällen der Klasse. Die Schüler hatten viel Freude daran, ihre Plastikmonster vor der Klasse auf Englisch zu präsentieren. Am zweiten Tag gingen die Schüler*innen in Kleingruppen dann auf Erkundungstour in einen Neuenkirchener Supermarkt, um das dortige Angebot auf plastiklose Alternativen zu untersuchen und Fotos der Produkte zu schießen. Nebenbei erledigten sie Einkäufe für ein möglichst plastikarmes gemeinsames Frühstück am Folgetag. Dabei wurde schnell klar: Alternativen zu Plastik gibt es wenige. Ihre Beobachtungen und Fotos verarbeiteten die Kleingruppen anschließend auf einem Poster. Diese durften sie dann am dritten und letzten Tag anschließend an das gemeinsame Frühstück ihren Mitschüler*innen in einem gallery walk präsentieren. Einige Schüler*innen waren ein wenig aufgeregt, auf Englisch ihr Plakat vorzustellen. Nach den gelungenen Präsentationen waren aber alle stolz, über ihren Schatten gesprungen zu sein. Es waren drei aufregende Tage für Studierende wie Schüler*innen und am Ende waren sich alle einig: Nachhaltigkeitsbildung auf Englisch: Das geht und das lohnt sich.

 

2019: Let’s do this together!

Wie bereits in den letzten Jahren beim Projekt „Schule machen“, führten Lehramtsstudierende der Universität Greifswald ein Projekt an der Schule am Bodden in Neuenkirchen über drei Tage durch – doch dieses Mal nicht allein. Vom 12.-14. Juni 2019 arbeiteten sechs deutsche und vier amerikanische Studierende aus Flint, Michigan in einer 9. Klasse zusammen. Im Vorfeld hatten sie mehrere interessante Themen in Tandems oder Dreiergruppen zum Thema Nachhaltigkeit vorbereitet und sich dabei an den UN Nachhaltigkeitszielen orientiert. Die Schüler*innen der 9. Klasse wählten aus den vorgestellten Themen vier aus, mit denen sie sich über die nächsten drei Tage beschäftigen wollten. Dem Ansatz des Forschenden Lernens folgend, wurden Forschungsfragen zu den unterschiedlichsten Themen entwickelt: Wie können wir ein Musikfestival nachhaltiger gestalten? Woher kommen die Bestandteile unserer Smartphones und wo werden sie recycelt? Was wäre, wenn ich dem Lebensstil des Minimalismus folgte und nur 50 Sachen besäße? Wie gesund sind die Low Carb und High Carb-Diäten und wie können wir weniger Essensmüll produzieren? In den verschiedenen Gruppen gingen die Schüler*innen diesen Fragen auf den Grund und suchten im Internet mithilfe ihrer iPads nach relevanten Informationen. Die Zusammenarbeit mit amerikanischen Muttersprachlern motivierte viele Schüler*innen, die englische Sprache einzusetzen und Neues zu lernen. Neben dem Verzehr von amerikanischen Süßigkeiten, auflockernden Spielen und viel Spaß, produzierten die internationalen Gruppen beeindruckende Produkte, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Ein Smartphone wurde komplett auseinandergenommen, eine minimalistische Wohnungseinrichtung in einem 3D-Modell in einer App erstellt, ein nachhaltiges Musikfestival geplant und ein Twitterprofil erstellt, welches auf unser verschwenderisches Essverhalten aufmerksam macht. Schüler*innen sowie Studierende stellten fest, nachhaltig leben fängt bei mir an und betrifft alle meine Lebensbereiche – doch um effektiv handeln zu können, müssen wir global ansetzen und an einem Strang ziehen. „So, let’s do this together!“

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