Projekt "Fach- und Allgemeindidaktische Gestaltung von inklusiven Lern-Lehr-Prozessen in Bezug auf das Fach Englisch"

Teilprojekt der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (Förderzeitraum 2016-2019)

Auftakt Qualitätsoffensive Lehrerbildung MV im April 2016. Rund 90 Akteur*innen des Verbundprojektes kamen in Rostock zusammen. Foto: Universität Rostock

Im Zuge der Qualitätsoffensive Lehrerbildung haben sich alle an der Lehrerbildung beteiligten Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern darauf verständigt, die Qualitätsverbesserung des Praxisbezuges einerseits sowie die Orientierung der Lehrerbildung an den Anforderungen der Heterogenität und Inklusion andererseits als zentrale Handlungsfelder auszuwählen. Erwartet werden unter anderem intensive Praxiskontakte inklusive eines tragfähigen Schulnetzwerks, Konzepte für eine qualifizierte Mentorinnen- und Mentorenausbildung und didaktische Konzepte sowohl für fach- und allgemeindidaktisch inklusive Lehr-Lern-Prozesse als auch zur Schulung von Beratungs- und Diagnostikkompetenzen in inklusiven Lehr-Lern-Settings.

In dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Projektbereiches 3 geht es darum, gemeinsam in Praxisprojekten entlang exemplarischer Themen(-bereiche) in verschiedenen Fächern (Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Latein) Unterricht didaktisch auf heterogene bzw. inklusive Lerngruppen und auf individuelle Förderung hin zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren.

Die Praxisprojekte finden im Rahmen bestehender bzw. in eigens entwickelten Praktikumsformen statt und sind mit Begleitveranstaltungen verbunden. Eine Evaluation auf zwei Ebenen (fachbezogene Lernprozesse der Schüler*innen und (fach-)didaktische Lernprozesse der Studierenden/Beteiligten) gestattet erstens die Generierung didaktischen Handlungswissens in Bezug auf geeignete Methoden, Interaktions- und Organisationsformen, Lehr- und Lernmittel usw. für inklusive Lehr-Lern-Settings in den einzelnen Fachdidaktiken. Sie erlaubt zweitens den Aufbau professionalisierungsrelevanten Wissens (Entwicklung (fach-)didaktischer Expertise für entwicklungsniveaubezogene Lernprozesse) und entwickelt zugleich die Vernetzung von Fachdidaktik, Fachwissenschaft und Bildungswissenschaften innerhalb der Universitäten sowie zwischen Universität und (Ausbildungs-)Schulen und weiteren an der Lehrer*innenbildung Beteiligten. Die Dissemination bzw. Multiplikation der generierten Erkenntnisse innerhalb und zwischen den Hochschulen ist dabei ein zentraler Bestandteil des Tätigkeitsfeldes.

Bezogen auf das Fach Englisch an der Universität Greifswald liegt der Fokus auf der zentralen Bedeutung der Entwicklung einer (integrierten) lexikalisch (-grammatischen) Kompetenz beim Erlernen einer Fremdsprache. Innerhalb einer von zunehmender Diversität geprägten Lerngruppe und in Abhängigkeit von zu erfüllenden (Bildungs-)Standards muss diese Entwicklung für alle möglich gemacht werden. Daher beschäftigt sich das Projekt mit der Frage wie die individuelle Entwicklungssteigerung bei allen Lernern einer (stark) heterogenen /inklusiven Lerngruppe erreicht und evaluiert werden kann.  Daraus ergeben sich weitere Fragestellungen, z.B. wie das individuelle Lernen so mit gemeinschaftlichem Lernen verknüpft werden kann, dass sowohl die Anforderungen der Bildungsstandards erfüllt und individuelle Lernzuwächse erreicht werden als auch gemeinsame Aushandlungen innerhalb der gesamten Lerngruppe Berücksichtigung finden. Lernen am gemeinsamen Lerngegenstand (modifiziert nach Feuser) und/oder der task-based/supported language approach (modifiziert nach Ellis) könnten einen möglichen Ansatz bieten.

Das Ziel des Projektes besteht in der Entwicklung, Erprobung und Evaluierung eines Konzeptes, das die aufgeführten Problemfelder aufgreift. In qualitativen Studien soll sowohl die lexikalisch-grammatische Kompetenz von unterschiedlichen Lernern ermittelt und dokumentiert als auch die Wirksamkeit des erarbeiteten Konzeptes in Bezug auf die Entwicklungssteigerung überprüft werden.

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