Cultural Responses to Environmental Change

Workshop, Universität Greifswald, 7./8. November 2019

Organisation: Prof. Dr. Theresa Heyd und Dr. Mascha Hansen, IfAA


Hintergrund

Der Wandel von Umweltbedingungen ist das globalgesellschaftliche Thema des 21. Jahrhunderts schlechthin. Anthropogene Einwirkungen auf wesentliche Teile des Ökosystems – vom Klima bis zur Biodiversität, von den Weltmeeren bis zur landschaftlichen Zersiedelung – stellen uns vor existentielle Herausforderungen und komplexe Szenarien. Es besteht inzwischen ein weitreichender, überdisziplinärer Konsens, dass wir im geochronologischen Zeitalter des Anthropozäns leben, indem die Menschheit als “force of nature in the geological sense” (Chakrabarty 2009), sogar als wichtigster Einflussfaktor auf biologische und geologische Prozesse gelten muss. Die Erforschung von sich wandelnden Umweltbedingungen, und die Entwicklung von wissenschaftlichen Positionen und Gegenmaßnahmen, ist deshalb von zentraler zivilgesellschaftlicher Bedeutung.

All diese Szenarien werden in den Naturwissenschaften bereits intensiv diskutiert und beforscht. Auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften haben sich längst Positionen entwickelt, die den Wandel von Umweltbedingungen theoretisch wie empirisch untersuchen. Die Environmental Humanities sind dabei bislang als Disziplin noch wenig gefestigt, und nicht ausreichend durch gesellschaftliche und akademische Sichtbarkeit verankert. Dabei stellen kulturelle Reaktionen einen wesentlichen, im alltäglichen Leben erfahrbaren Zugang zu Umweltbedingungen im Wandel dar. Dies betrifft unter anderem die folgenden Felder:

  • Epistemologische Unsicherheiten: Veränderungen im Verständnis von Mensch und Umwelt, Destabilisierung von Diskursen über Zukunft, Sicherheit und Nachhaltigkeit;
  • Soziokulturelle Realitäten: Auswirkungen auf soziokulturelle Praxis, auf kulturelle Produktion und Deutung, auf sprachliche und gesellschaftliche Vielfalt und Wandel;
  • Diskursive Positionen: Verschiebungen in der Narrativisierung und Versprachlichung des Anthropozäns und seiner Implikationen sowie Einflechtung in verschiedene Kontexte von Sprach- und Kulturproduktion und neue Formen der Öffentlichkeit.

Einladung

Zur besseren Verankerung dieses Forschungskontextes organisieren wir im November 2019 einen Workshop, der dieses Thema kartieren und in seiner Vielfalt sichtbar machen soll. Der Workshop wird zwei eingeladene Vorträge (Prof. Christian Schmitt-Kilb, Universität Rostock; Prof. Simone Rödder, Universität Hamburg) umfassen und Gelegenheit für Kurzvorträge und interaktive Formate bieten. Insbesondere möchten wir alle Forschenden an der Uni Greifswald zusammenbringen, die sich für geistes- und sozialwissenschaftliche Ansätze zum Wandel von Umweltbedingungen interessieren. Willkommen sind

  • Beiträge aus der PhilFak, aber auch aus anderen Forschungszusammenhängen und Fakultäten;
  • Abgeschlossene Projekte
  • Work in Progress und Forschungsideen

Bitte schicken Sie uns per E-Mail bis zum 15. September 2019 ein kurzes Abstract (200-300 Wörter, deutsch oder englisch), in dem Sie ihr Projekt oder Forschungsinteresse skizzieren.

Bitte kontaktieren Sie uns auch, wenn Sie ohne eigenen Beitrag teilnehmen möchten oder Fragen haben: theresa.heyduni-greifswaldde und mascha.hansenuni-greifswaldde.